Wahre Ware – warum wir auf Nähe und Transparenz setzen

Diesen Text haben wir 2023 zur Eröffnung unseres ersten Fabrikladens im Bioladen «Glück unverpackt» in Rüti (Zürcher Oberland) geschrieben. Den Laden gibt es heute nicht mehr – die Gedanken dahinter gelten für uns weiterhin.

[…] zum Beispiel, wenn sich Menschen wünschen zu wissen, wer ihre Lebensmittel herstellt und woher sie kommen. Wenn sie so aufbereitet sind, dass man sieht, was man bekommt: also wahre Ware, bei der die Wertschöpfung im Produkt selbst steckt und nicht in schreierischen Werbekampagnen. Wenn auch eine Nähe da ist, nachvollziehbar, erfragbar, ein persönliches Gespräch möglich.

«Die […] Substanz ist das Wahre, aber sie ist noch nicht das ganze Wahre; sie muss auch als in sich tätig, lebendig gedacht werden …», schrieb schon früh Spinoza (1632–1677). So kann man auch über unsere Lebensmittel und Kosmetikartikel denken. Natürlich stellt sich immer die Frage: Wer ist wir, oder wer bin ich? Lebendiges und umsichtig verarbeitetes Essen ist Grundlage für lebendige, möglichst freie Menschen, die es auch bleiben wollen. Die Maschinen nähern sich zwar konstant und täglich, kreieren konsumistische Echoräume – aber es gibt nach wie vor eine Wahl, und es braucht eine gute Portion universellen Verstand und Glück, das zu erkennen.

Kooperationen wie die zwischen «Glück unverpackt» und Naturkraftwerke waren und sind für uns ein Modell dafür, wie kleine Betriebe sich gegenseitig stärken können. Sie zeigen, dass auch im Schweizerland kleine Manufakturen eine Daseinsberechtigung haben und eine schöne Erscheinung haben können, auch wenn der Druck im Verkaufsregal gross ist. Wir produzieren derweil einigermassen kompromisslos weiter: mit Hand, Verstand und Herz.